Diese Auswirkungen hat Mode auf unser Selbstwertgefühl

Diese Auswirkungen hat Mode auf unser Selbstwertgefühl

Mode ist ein Abbild gesellschaftlicher Strömungen. Anhand von Mode können wir außerdem das, was uns tief im Inneren bewegt, nach außen tragen. Doch die Wirkung von Mode geht noch weiter: Sie beeinflusst nicht nur, wie andere uns wahrnehmen, sondern kann auch verändern, wie wir uns selbst sehen – und damit unser Selbstwertgefühl.


Was ist Mode überhaupt?

Mode ist weit mehr als die Kleidung, die wir tragen. Sie ist Ausdruck, Kommunikation und zugleich ein Spiegel ihrer Zeit. Noch bevor wir ein Wort sagen, vermitteln wir über unsere Kleidung etwas über uns: wie wir uns sehen, wie wir wahrgenommen werden möchten und manchmal auch, wie wir uns gerade fühlen. Gleichzeitig wird Mode von gesellschaftlichen, kulturellen und politischen Strömungen geprägt. Was wir tragen, erzählt deshalb nicht nur etwas über unseren persönlichen Stil, sondern auch über die Zeit, in der wir leben – über ihre Werte, Sehnsüchte und Veränderungen.

Dabei bewegt sich Mode immer an der Schnittstelle zwischen unserem Inneren und dem Äußeren. Wir wählen Kleidung, um uns auszudrücken, Zugehörigkeit zu zeigen oder bewusst eine bestimmte Seite unserer Persönlichkeit hervorzuheben. Doch die Wirkung funktioniert auch in die andere Richtung: Ein Kleidungsstück kann unsere Stimmung verändern, unser Auftreten beeinflussen und sogar dazu beitragen, wie wir unseren eigenen Körper und uns selbst wahrnehmen. Mode ist deshalb nicht nur ein Spiegel unserer Persönlichkeit – sie kann ebenso auf unser Selbstbild zurückwirken. Und genau hier beginnt ihre besondere Bedeutung für unser Selbstwertgefühl.

Diese Auswirkungen hat Mode auf unser Selbstwertgefühl

Dior zeigt, dass Mode mehr ist als Kleidung

Wie sehr Kleidung dabei über reine Ästhetik hinausgehen kann, zeigt ein Gedanke von Christian Dior. Der französische Modeschöpfer sah in seiner Arbeit nicht allein die Aufgabe, Frauen schöner erscheinen zu lassen, sondern verband Mode ausdrücklich mit ihrem persönlichen Wohlbefinden:

„Die Frauen haben mit ihrem sicheren Instinkt verstanden, dass ich davon träumte, sie nicht nur schöner, sondern auch glücklicher zu machen.“

— Christian Dior, deutsche Übersetzung

Damit berührt Dior bereits einen Gedanken, der für die Beziehung zwischen Mode und Selbstwertgefühl zentral ist: Kleidung kann verändern, wie wir uns selbst erleben. Sie kann uns Sicherheit geben, unsere Persönlichkeit unterstreichen und dazu beitragen, dass wir uns in unserem eigenen Körper wohler fühlen.


Französischer Stil: Wenn Mode das Selbstwertgefühl stärken kann

Wenn es um französische Frauen und Mode geht, begegnet uns immer wieder ein bestimmtes Bild: die Frau, die scheinbar mühelos elegant wirkt, ohne sich den aktuellen Trends unterzuordnen. Doch hinter dem viel beschriebenen „French Chic“ steckt mehr als die Kombination aus Blazer, Jeans und Ballerinas. Auffällig ist vor allem die Haltung dahinter. Französischer Stil wird häufig mit Nonchalance, Individualität und der bewussten Entscheidung für das verbunden, was zur individuellen Persönlichkeit passt. Auch Caroline de Maigret beschreibt den französischen Stil als eine Form von Freiheit und persönlichem Ausdruck (Vogue).

Genau darin kann Mode zu einer Quelle von Selbstvertrauen und persönlichem Wohlbefinden werden. Wer nicht versucht, jedem Trend zu folgen, sondern Kleidung als Ausdruck der individuellen Persönlichkeit versteht, entwickelt mit der Zeit ein klareres Gefühl dafür, was zu einem selbst passt. Der viel beschriebene französische Stil steht deshalb weniger für Perfektion als für die bewusste Auswahl dessen, was zur eigenen Persönlichkeit passt. Mode wird dann nicht zum Versuch, einem Ideal zu entsprechen, sondern zu einer Möglichkeit, die eigene Persönlichkeit sichtbar zu machen. Und vielleicht liegt genau darin eine der stärksten Verbindungen zwischen Kleidung und Selbstwertgefühl: Wir fühlen uns besonders dann selbstbewusst, wenn unser äußeres Erscheinungsbild mit dem übereinstimmt, wer wir innerlich sein möchten.

Diese Auswirkungen hat Mode auf unser Selbstwertgefühl

Warum wir uns anders fühlen, wenn wir uns anders kleiden

Es gibt Tage, an denen ein bestimmtes Kleidungsstück mehr bewirkt, als uns lediglich gut aussehen zu lassen. Wir ziehen einen gut sitzenden Blazer an und stehen plötzlich etwas aufrechter. Wir tragen ein Kleid, in dem wir uns besonders wohlfühlen, und bewegen uns selbstverständlicher durch den Raum. Oder wir entscheiden uns bewusst für einen bestimmten Look, weil wir uns an diesem Tag stärker, eleganter oder souveräner fühlen wollen. Dass Kleidung auf diese Weise auf unsere Wahrnehmung und unser Verhalten zurückwirken kann, ist auch Gegenstand der psychologischen Forschung. Hajo Adam und Adam D. Galinsky prägten dafür 2012 den Begriff „Enclothed Cognition“. In ihrer 2012 veröffentlichten Studie untersuchten sie, welchen Einfluss die symbolische Bedeutung von Kleidung und das tatsächliche Tragen eines Kleidungsstücks auf psychologische Prozesse haben können.

Das bedeutet nicht, dass ein bestimmtes Kleid automatisch mehr Selbstwertgefühl schafft. Entscheidend ist vielmehr, welche Bedeutung wir mit unserer Kleidung verbinden und wie wir uns darin erleben. Ein Kleidungsstück kann uns an eine Version von uns erinnern, die wir mögen, oder uns dabei unterstützen, eine bestimmte Haltung einzunehmen. Genau darin liegt die besondere psychologische Kraft von Mode: Sie kann zu einer Art Schnittstelle zwischen unserem inneren Selbstbild und unserem äußeren Auftreten werden. Wenn wir Kleidung nicht ausschließlich danach auswählen, ob sie einem bestimmten Schönheitsideal entspricht, sondern danach, ob wir uns darin wie wir selbst – oder wie die Version von uns, die wir sein möchten – fühlen, kann sie zu einem erstaunlich wirkungsvollen Instrument der Selbstwahrnehmung werden.

Diese Auswirkungen hat Mode auf unser Selbstwertgefühl

Fazit: Mode beginnt bei uns selbst

Mode kann uns nicht vorschreiben, wie wertvoll wir sind. Und doch kann sie beeinflussen, wie wir uns selbst begegnen. Ein Kleidungsstück kann uns Sicherheit geben, eine Haltung unterstreichen oder uns daran erinnern, welche Seite unserer Persönlichkeit wir zeigen wollen. Gerade dann, wenn wir Kleidung nicht als Mittel verstehen, einem bestimmten Schönheitsideal zu entsprechen, sondern als Ausdruck unserer eigenen Identität, kann sie zu einer Quelle von Selbstwertgefühl und Wohlbefinden werden.

Vielleicht liegt genau darin die besondere Kraft von Mode: Sie muss uns nicht schöner machen, um etwas in uns zu verändern. Sie darf uns dabei helfen, uns mehr wie wir selbst zu fühlen. Der französische Stil kann dafür ein inspirierendes Beispiel sein – nicht, weil es einen bestimmten Look gibt, den jede Frau übernehmen sollte, sondern weil er daran erinnert, dass wahrer Stil weniger mit Perfektion als mit Persönlichkeit zu tun hat. Am Ende geht es deshalb nicht darum, was wir tragen, um anderen zu gefallen, sondern darum, was wir tragen, wenn wir uns selbst gefallen möchten.


Quellen

  • Dior: Parfums Christian Dior – Splendido, offizielle Dior-Publikation. Das verwendete Zitat von Christian Dior ist dort in englischer Originalfassung dokumentiert. Dior – offizielle Quelle
  • de Maigret, Caroline: Tish Weinstock, Unpacking the Effortless Cool of “French Girl Beauty”Vogue, 30. April 2021. Zum Vogue-Originalinterview
  • Adam, Hajo & Galinsky, Adam D. (2012): Enclothed Cognition. Journal of Experimental Social Psychology, 48(4), 918–925. DOI: 10.1016/j.jesp.2012.02.008. Zum wissenschaftlichen Originalbeitrag

La Vie Paris Exklusiv

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